FLORIAN FRANKE: MIT 30 JAHREN SCHON EIN ALTER HASE IM MUSIKGESCHÄFT

Wuppertaler Singer und Songwriter verdiente sich die ersten Sponsoren als Mitglied der Kurrende

Im warten Alter von fünf Jahren nahm er bereits Klavierunterricht. Mit neun begann seine Bühnenkarriere. Florian Franke (30) ließ seine glockenklare Stimme für die Wuppertaler Kurrende erklingen. 2006 verließ er dann den Knabenchor. Er hatte seinen Stimmbruch bekommen. Florian Franke orientierte sich neu und entdeckte die Rock- und Popmusik für sich. Der Singer-Songwriter komponierte seine eigenen Lieder. Emotionale Songs wie "Wenn du fällst" ließen aufhorchen. Nicht wenige sehen in Florian Franke eine Mischung aus Roger Cicero und Clueso. Doch der Gewinner des Rock- & Poppreises 2009 geht unbeirrt seinen eigenen Weg. Peter Pinke unterhielt sich mit dem bescheidenen, aufstrebenden Künstler: 

 

Die Stadtzeitung: Sie waren als kleiner Junge Mitglied des Kinderchores Kurrende. Haben Sie da schon die nötige Disziplin mitbekommen, um später im Musikstudium bestehen zu können?

Florian Franke: "Das kann man wirklich so sagen. Die Kurrende war definitiv für mich eine ganz prägende Zeit. Von Chorleiter Dr. Meyer habe ich unglaublich viel gelernt, wie man sich in einer Gruppe verhält, miteinander Musik macht. Das hätte ich ohne die Kurrende so nicht mitbekommen. Dort bin ich geprägt worden und auch bestens musikalisch ausgebildet worden. Ich hatte Auseinandersetzungen mit meinen Eltern, weil ich nicht wie die anderen Fußball spielen durfte, wann ich wollte, sondern dreimal die Woche zur Probe musste. Das war eine gute Lehre fürs Leben. Ich habe damals gelernt, stringent und zielstrebig zu arbeiten."

 

Die Stadtzeitung: Sie haben mit fünf Jahren Klavierunterricht bekommen. Heute kriegen die Kids in dem Alter ihr erstes iPhone. Sind typische Musiker-Karrieren heutzutage überhaupt noch möglich? 

Florian Franke: "Ich bin schon in einer ganz anderen Zeit groß geworden. Auch der Musikgeschmack hat sich ja komplett geändert. Mittlerweile wird Musik ja eher konzipiert für iPhone-Hörer, nicht mehr für die typische Hifi-Aufnahme. Die Musik soll gut klingen, wenn man sie über das Smartphone hört. Die Songs sind anders aufgebaut, müssen sofort Aufmerksamkeit erzeugen. Oft starten sie deshalb gleich mit dem Refrain. Das habe ich noch anders gelernt. Aber dass es zukünftig keine Musiker-Karrieren mehr gibt, das vermag ich nicht vorherzusagen."

 

Die Stadtzeitung: Welche Instrumente beherrschen Sie eigentlich selbst? 

Florian Franke: "Auf meinem Debütalbum "Stadtgeflüster" habe ich alle Instrumente selbst gespielt und auch alle Programmings selbst erstellt. Studiert habe ich an der Musikhochschule in Mannheim als Hauptfach Gesang und als Nebenfach Klavier. Ich spiele aber auch noch Gitarre und Bass."

 

Die Stadtzeitung: Sie sind jetzt 30 Jahre alt und haben immer noch keinen Führerschein. Ganz bewusst oder eher Zufall? 

Florian Franke: "Zuerst war es wirklich eher ein Zufall, dass ich keinen Führerschein gemacht habe. Mittlerweile verzichte ich ganz bewusst darauf. Wenn man in einer Großstadt wie Wuppertal lebt, kommt man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bus und Schwebebahn schnell dahin, wo man hin will. Außerdem fahre ich viel mit dem Fahrrad, und ich gehe auch gerne zu Fuß." 

 

Die Stadtzeitung: Sie haben ja die WSV-Hymne komponiert. Sind sie waschechter Rot-Blauer?

Florian Franke: "Ich bin schon echter Fan des Wuppertaler SV, aber ich bin seit 2013 auch Mitglied des FC Schalke 04. In meiner Brust schlagen also zwei Fußball-Herzen. Mein Vater hat mich schon im Alter von fünf Jahren mit ins Gelsenkirchener Park-Stadion genommen, seitdem bin ich infiziert."

 

Die Stadtzeitung: Ihre Songs sind melancholisch, sind Sie private auch ein melancholischer Mensch?

Florian Franke: "So sehe ich mich eigentlich gar nicht. Ich halte mich - auch wenn man so etwas nicht gerne über sich selbst sagt - für relativ witzig. Auf der Bühne versuche ich, unterhaltsam zu sein, das Publikum mitzureißen. Ich habe ach Songs im Repertoire, die gar nicht melancholisch sind. Als mein erstes Album herauskam, hatte ich eben gerade so eine melancholische Phase durchlebt."

 

Die Stadtzeitung: Ihre Texte sind tiefgründig, philosophisch, Ihre Musik ist aber mainstreammäßiger als die von Liedermachern. Was wollen Sie mit Ihren Songs bewirken? 

Florian Franke: "Wenn man auf die Bühne geht, hat man auch die Verantwortung, dort eine klare Aussage zu treffen. Ich wehere mich ganz gezielt gegen den plumpen Mainstream, der nichts aussagt und für nichts steht. Künstler haben in der Gesellschaft schon eine wichtige Aufgabe. Sie müssen ihr ein Stück weit den Spiegel vorhalten und für ihre Überzeugungen einstehen. Ich versuche da mit meinen texten einen Gegenpol zu bilden."

 

Die Stadtzeitung: Sie durchleben also echte Existenzängste?

Florian Franke: "Zum Glück nur ganz selten. Ich habe mal auf einer großen Veranstaltung in Essen als Opener von Philipp Dittberner gespielt. Und vor mir war so ein Typ aufgetreten, der nur ein Vollplayback abgeliefert hat. Das Ende vom Lied war: Als ich dann auf die Bühne gekommen bin und komplett live verformt habe, konnten die Leute damit nichts anfangen. Das tut sehr weh, und mann fragt sich dann schon einen kurzen Moment: Warum tust Du Dir das an? Aber glücklicherweise habe ich noch nie den Mut zum Aufgeben gehabt."

 

Die Stadtzeitung: Sie haben als Opener der berühmten Rock-Lady Anastacia gespielt. Eher Chance oder Belastung, denn die Wenigsten kommen ja wegen der Vorband?

Florian Franke: "Das ist eine ganz spannende Erfahrung. Beim Support von Anastacia waren 3000 Zuschauer in der Stadthalle Troisdorf. Die Vorraussetzungen sind bei einem eigenen Konzert natürlich ganz anders: Da freuen sich die Leute auf einen, sie kennen alle Songs und alle Texte, sie feuern einen an. Ganz anders ist es, wenn ich auf die Bühne gehe und muss die Leute von mir und meiner Musik überzeugen. Ich finde beides aber sehr reizvoll." 

 

Die Stadtzeitung: Ist das eigentlich so eine Art Selbsttherapie, wenn man seine privaten Erfahrungen wie Beziehungsstress oder Trennungen in seiner Musik aufarbeitet?

Florian Franke: "Absolut. Vielleicht ist das so ein Tick von mir. Ob ich gerade traurig oder glücklich bin - ich habe immer versucht, meine Gefühle in Musik umzusetzen. Das ist eben meine Phase der Verarbeitung. Ich genieße das. Ich habe ein kleines Heimstudio, setze mich dann ans Klavier, komponiere Songs. Das tut sehr gut."

 

Die Stadtzeitung: Viele Musiker sind Autodidakten. Sie haben Musik aber von der Pike auf gelernt. Warum dieser Ehrgeiz? 

Florian Franke: "Das lag mit an meinen Eltern. Ich habe ja direkt nach meinem Abitur damit begonnen in Hotel-Lounges Jazz zu spielen. Ich hatte dann die Chance, in einem großen Hamburger Studio zu arbeiten. Da bekam ich einen Einblick in die Musik-Industrie und Abe beschlossen, ich in der Musikbranche durchzubeißen. Meine Eltern waren der Meinung, ich sollte das dann aber auch mit einer fundierten Ausbildung tun. Und tatsächlich habe ich direkt einen Studienplatz an der Popakademie Baden-Württemberg in Mannheim bekommen."

 

Die Stadtzeitung: Nach dem erfolgreichen Studium stand Ihnen doch die Musikwelt offen...

Florian Franke: "Ja, das war so. Am Ende des Studiums 2012 haben meine Kommilitonen und ich überlegt, wie es weitergehen sollte. Die meisten haben sich für Berlin entschieden. Ich habe gesagt: "Ich gehe zurück nach Wuppertal". Dafür habe ich nur Kopfschütteln geerntet, aber für mich war das eine Herzensangelegenheit. Man wird hier zwar nicht mit Fördermitteln überschüttet, aber ich wurde sofort gut in der Kunstszene aufgenommen. Die Kultur-Szene ist spannend. Ich denke da an das Royal Street Orchestra oder den Jazz-Pianisten Roman Babik, der bei mir im Haus wohnt."

 

Die Stadtzeitung: Wie hart ist die Schule, wenn man als Hintergrund-Musiker in einer Hotellounge spielt und kaum beachtet wird?

Florian Franke: "Das war eine schwere Zeit. Ich habe abends drei Stunden Jazz-Standarts gespielt. Je später es wurde, umso betrunkener waren die Gäste. Die kamen dann an den Flügel getorkelt und haben Musikwünsche geäußert. Hart verdientes Brot. Dafür habe ich dort soviel Routine bekommen, weil ich fünfmal die Woche drei Stunden gespielt habe. Soviel hätte ich Zuhause nie geübt." 

 

Die Stadtzeitung: Sind sie ein "Downloader" oder kaufen Sie noch handfeste Musik-CDs? 

Florian Franke: "Ich habe sogar noch einen Schallplattenspieler und Vinylscheiben Zuhause. Wenn mir die Musik persönlich wichtig ist, dann kaufe ich auf jeden Fall Vinyl oder CD. Wenn mir nur ein einzelner Song gefällt, dann lade ich ihn auch mal herunter. Ich wehre mich gegen die Streaming-Plattformen, obwohl man eigentlich gar nicht mehr daran vorbeikommt."

 

Die Stadtzeitung: Ist es eigentlich heute schwerer, als Musiker auf sich und seine Musik aufmerksam zu machen? 

Florian Franke: "Da muss man wohl mehrere Seiten betrachten. Fakt ist, dass noch nie soviel Musik konsumiert wurde wie heute. Musik gegeben einem überall, und man hat soviel Zugriff auf Musik wie nie zuvor. Der Vorteil für mich als Künstler ist, dass ich jetzt über das Internet alles selbst in die Hand nehmen und mich selbst vermarkten und promoten kann. Ich hatte direkt nach meinem Studium einen großen Plattenvertrag bekommen und bin heute früh darüber, dass nichts daraus geworden ist, weil es ein Knebelvertrag war." 

 

Die Stadtzeitung: Also schwimmen sie jetzt mit auf der großen Download-Welle? 

Florian Franke: "Das Problem heute ist doch, das viele nicht mehr bereit sind, für Musik zu zahlen. Jüngere geben in der Regel kein Geld für ein Musikalbum oder eine Konzertkarte aus. Das is bedauerlich. Ich habe mich lange dagegen gewehrt, aber inzwischen gibt es meine Musik als Download. Konzept-Alben á la Pink Floyd werden kaum noch produziert, weil sich die Leute nur noch einzelne Songs herunterladen. Das Werteverständnis für Musik ist eindeutig nach unten gegangen." 

 

Die Stadtzeitung: Wie sehen Sie die Zukunft der Musikbranche, als junger Künstler?
Florian Franke: "Ich bin ganz bewusst so ein Stück weg aus der Musikindustrie. Ich mache alles selbst, bemühe mich, meine Musiker angemessen und fair zu bezahlen. Die Musik-Labels in der heutigen Form werden irgendwann überflüssig sein, als Musiker braucht man sie nicht mehr. Wenn ich Musik veröffentliche, kann ich heute direkt auf den Fan zugeben, brauche kein Plattenlabel mehr, das viele Prozente abgreift. Der Live-Markt wird sehr wichtig bleiben. Die Leute wollen auf Konzerte gehen und Musiker live spielen sehen." 

 

Die Stadtzeitung: Was halten Sie eigentlich von Casting Shows?

Florian Franke: "Vor vier Jahren hätte ich nicht geglaubt, dass es heute noch Casting Shows gibt. So kann man sich täuschen. Voice of Germany oder DSDS haben immer noch tolle Einschaltquoten. Ich kann das nicht nachvollziehen. Für mich ist es eine große Frechheit, dass da irgendeine Plattenfirma hingeht und den Leuten eine große Musik-Karriere verspricht. Das ist eine Lüge dem Publikum und dem Künstler gegenüber."

 

Die Stadtzeitung: Also weden in diesen Shows gar keine Stars geboren?
Florian Franke: "Absolut nicht. Man hat keine Chance, unbeschädigt aus diesem Apparat herauszukommen. Denn selbst wenn ich gewinne, bin ich vier Wochen später uninteressant, weil dann schon wieder die nächste Staffel startet. Von den Casting-Shows profitieren nur die Tv-Anstalten und die Coaches. Die Gewinner genießen für kurze Zeit eine enorme Aufmerksamkeit und verschwinden dann wieder in der Versenkung. Und mit Kunst hat das sowieso nichts zu tun. Die Teilnehmer stellen sich dahin und singen einen Cover-Song. Ihnen wird vorgegaukelt, hinterher wären sie ein Star. Eine Luftblase. Um Musiker zu werden muss man jahrelang hart arbeiten, sein Instrument beherrschen und seine Stimme ständig trainieren."

 

Die Stadtzeitung: Sie haben eine erfolgreiche Schweiz-Tour hinter sich. Warum mögen die Eidgenossen ihre Musik so sehr?

Florian Franke: "Das lag nicht nur an mir, sondern auch daran, dass sich ein Veranstalter in der Romantik sehr für mich engagiert hat. Es war ein tolles Gefühl als ich in Montreux ankam, stand da auf einer Videoleinwand "Bienvenue Montreux" und danach direkt mein Name, mein Foto und die Konzertankündigung für den 03. November. Und die Halle war voll, obwohl mich vorher keiner gekannt hat. Die Schweizer haben mir auch ein tolles Budget zur Verfügung gestellt. Und damit konnte ich eine tolle Band zusammen stellen." 

 

Die Stadtzeitung: Wenn jetzt die berühmte Fee um die Ecke käme und Sie hätten einen Wunsch frei, was würden Sie sich wünschen?

Florian Franke: "Ich habe mir immer schon gewünscht, dass ich von meiner Musik leben kann. Und dass ich das bisher geschafft habe ist für mich ein riesiges Geschenk. Ich sehe es also als großes Privileg an, dass ich mit der Musik, die ich so sehr liebe, meinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Deshalb würde ich mir von der Fee wünschen, dass dies bis zu meinem Lebensende funktioniert." 


"Die Immanuelskirche ist voll besetzt und empfängt Florian Franke wie den Jungen von nebenan, der durchgestartet ist und noch mal vorbeikommt. Und irgendwie ist es so ja auch: Gewohnt radiotauglich klingt die Popmusik des Wuppertalers an Mikro und Gitarre. Neu ist dagegen, dass Franke solo unterwegs ist. Mit Zeilen wie "Wenn die Welt wieder mal aus den Fugen gerät, halt' sie auf" bleibt er sich allerdings treu, zur großen Freude seiner Fans, bei denen die Texte Pausenthema Nr. 1 sind. 

Keine Frage: Franke erfüllt immer wieder die hohen Erwartungen an seine eigene Qualität, und das mit Charme. Dicht gefolgt werden die Gespräche über die nachdenklichen Zeilen von freudigen "Ach, du bist ja auch da!"-Rufen und "Wie geht's dir denn so?"- Gesprächen. Viel ehemalige Klassenkameraden, Freunde, Bekannte und eingeschweißte Fans lassen es sich nicht nehmen, diesen spannenden Schritt in Florian Frankes Karriere mitzuerleben. Und so wird der Abend nicht nur musikalisch ein Knaller, sondern auch ein großes Wiedersehen - wie das eben so ist bei einem echten Heimspiel."

 

Quelle: Sparkasse (Oktober 2017)


"LEOS TRETEN FÜR GUTEN ZWECK AUF"

(...) Der zweite Profi, Florian Franke, begeisterte mit Songs aus seinem neuen Album "Stadtgeflüster" - ein Sänger, Gitarrist und Pianist von internationalem Format, der überdies als glänzender und quicklebendiger Entertainer zu punkten wusste. Einfach hinreißend. (...)"

 

 

Quelle: Rheinische Post (13. November 2017)


"FLORIAN FRANKE EN CONCERT"

Il est la nouvelle sensation pop-rock en Allemagne. Florian Franke vient fêter les 10 ans des Germanofolies á Montreux. Créées par une association de professeurs d'allemand, les Germanofolies ont fait goûter á des centaines d'élêves la langue de Goethe en musique pop ou rock. Pour ses 10 ans, les Germanoflies accueillent la nouvelle sensation de la pop allemande, Florian Franke avec ses musiciens. Ce jeune artiste talentueux a fait parler de lui ces derniers temps par son duo avec Louane. Deux concerts sont réservés aux écoles en journée, le spectacle du soir est public avec un tarif anniversaire de fr. 10,- la place!

 

Quelle: Tempslibre


"Du sprichst mit dem Wind, und er trägt deine Worte, so weit du nur willst, bis ans Ende der Welt, selbst an dunkelste Orte." Florian Franke (29) verschließt die Augen. In sich gekehrt. Die Hände auf den Tasten des Keyboards. Mehr als 50 Besucher hören ihm gebannt zu. "Wind" heißt das Lied. Auf seinem Album "Stadtgeflüster" ist es zu hören. Mit diesem ist der Wuppertaler auf Tour. Vor seinem Trip in die Schweiz eröffnete er die "Herbst-Saison" des WÜRGer-Clubs. Deutschpop - gefühlvoll, authentisch, eindringlich und sinnlich, aber durchaus druckvoll: so ist Frankes Musik zu beschreiben. Mit Band kam er ins WÜRG-Clubhaus und schenkte der Konzertreihe eine neue "Klangfarbe". Deutschpop stand bei der WÜRG bisher nicht auf der Agenda. Dementsprechend bescherte das dem Club auch eine neue "Kundschaft" Viele Besucher waren zum ersten Mal im WÜRG-Club.

 

Quelle: TaeglichME


"KULT.PARK-FESTIVAL 2017"

Vor der eigentlichen offenen Bühne stellte sich den zahlreich erschienenen Musikfans als "Special Guest" der Singer-Songwriter Florian Franke (Gesang, Gitarre, Keyboard) aus Wuppertal vor. Der Musiker, der bereits im Rahmen der Konzertreihe "Breakfast-Club" im Stock zu sehen war und derzeit sein erstes Album promotet, zeigte einmal mehr sein Talent, intelligente, deutschsprachige texte, die nicht selten durch geschickte Wortspiele überzeugen, in eingängige Musik zu verpacken.

 

In seinen Songs verarbeitet der Berufs-Musiker auch viele ernste Themen, zum Beispiel seine Angst, dass sich der inzwischen erfüllte Traum, von der Musik leben zu können, eines Tages doch scheitern könnte. So geht es zum Beispiel in dem Lied "Wind" darum, niemals aufzugeben, denn "Träume taugen nicht, wenn man nicht an sie glaubt." Ebenfalls hörenswert: die stimmungsvolle Ballade "Hör nicht auf dich zu drehen". Ergänzt wurden die hörenswerten Eigenkompositionen durch individuell interpretierte Cover wie zum Beispiel die andächtig von Florian auf dem Keyboard begleitete Fassung von Judith Holofernes' "Nur ein Wort" oder den als Zugabe präsentierten Reinhard-Mey-Klassiker "Über den Wolken.

 

Quelle: Worteffekte (Text: Björn Öthlinghaus, 23. August 2017)


"WUPPERTAL LÄSST GRÜßEN"

LÜBECK. Wer Lust hat, sich musikalisch überraschen zu lassen, sollte sich den Auftritt von Florian Franke nicht entgehen lassen. "Stadtgeflüster" heißt seine Tour, ein Geheimnis aber ist sein Erfolg längst nicht mehr. Wuppertal im Herzen, die Welt im Kopf: Florian Franke, der bereits als Kind auf der Bühne stand, stellt am Freitag, dem 05. August 2017 sein Debütalbum "Stadtgeflüster" im Lübecker Tonfink vor. Ob am Klavier oder an der Gitarre, jedes Konzert des studierten Jazz- und Popsängers ist ein Unikat. Gefühlvolle Texte treffen hier auf verspielte Melodien.

 

Quelle: LN Online (04. August 2017)


"UNTERWEGS MIT FLORIAN FRANKE"

Der Hall unserer Schritte bricht die andächtige Stille, als wir uns in den großen Saal der historischen Stadthalle begeben. Unsere Blicke wandern durch den riesigen Saal, von den Marmorböden hoch zu den mächtigen Kronleuchtern. "Das ist mein Vorzimmer", scherzt der Wuppertaler Künstler Florian Franke und lacht, denn auch für ihn ist dieser Saal einer der schönsten Konzerträume Deutschlands. Letztes Jahr durfte er hier vor tausend Menschen seine eigenen Lieder spielen. "Auf dieser Bühne zu stehen war schon etwas ganz besonderes", erzählt Florian, "denn die Atmosphäre in der Stadthalle ist einzigartig" 

 

Florian Franke ist Sänger und Komponist und hat sein Leben der Musik gewidmet. Früher Klavier- und Gitarrenunterricht und eine klassische Gesangsausbildung in der Wuppertaler Kurrende ebneten seinen Weg zum Musikstudium an der Popakademie in Mannheim. Vor dem Studium war er bereits ein Jahr lang als Studiosänger in Hamburg tätig, spielte in zahlreichen Hotels als Jazzpianist und gründete seine erste Band "crushhour", mit der er 2009 den deutschen Rock- und Poppreis gewann. Florian ist also schon lange kein unbeschriebenes Blatt mehr. Seit 2015 ist er also als Solokünstler aktiv und steht auf den Bühnen Europas. Mittlerweile tourt er regelmäßig ma alleine oder mit Mitmusikern durch die Republik, Frankreich, Belgien oder die Schweiz. Dieses Jahr veröffentlicht er nun seine Debütplatte.

 

Das Album "Stadtgeflüster" ist in Eigenproduktion entstanden, sprich jedes Instrument und jede Stimme kommt aus Florian's Feder. "Die Platte war für mich eine Herzensangelegenheit. Alle Songs behandeln sehr persönliche Themen und geben einen Teil von mir preis. Außerdem konnte ich im Studio viele Dinge ausprobieren, die live nicht möglich sind. Es war schon unglaublich viel Arbeit und hat mich vor allem in den letzten Wochen unendlich viel Kraft gekostet. Trotzdem bin ich sehr stolz auf die CD und freue mich auf die Veröffentlichung."

 

Eins ist klar: Florian Franke ist aus der Wuppertaler Kunst- und Kulturszene nicht mehr wegzudenken und das nicht nur wegen seiner außergewöhnlichen Stimme und ehrlichen Texten, sondern auch, weil viele seiner Lieder genau hier entstanden sind oder die Stadt an der Wupper thematisieren. Man kann daher erahnen, dass der Titel "Stadtgeflüster" nicht zufällig gewählt ist. "Die Entscheidung nach dem Studium zurück nach Wuppertal zu ziehen fiel mir nicht schwer, obwohl viele Kommilitonen nicht verstanden haben, was mich zurück an die Wupper zieht. Ich habe allerdings keine Sekunde bereut und bin froh Teil einer solch lebendigen und wirklich schönen Stadt zu sein", erzählt Florian stolz, "schon alleine wenn ich an die letzten Konzerte in Wuppertal denke. IN diesem Jahr war es bisher immer ausverkauft und man merkt den Menschen an, dass sie viel Spaß bei meinen manchmal etwas chaotischen Auftritten haben." 

 

Er lacht, denn der sonst so organisierte Künstler kann auf der Bühne auch ganz anders. Spontan schreibt er Lieder mit dem Publikum, geht auf Anmerkungen und Wünsche ein und entscheidet anhand der Zuhörer, was er als nächstes spielt. Jedes seiner Konzerte ist ein Unikat. "Ich versuche feste Gewohnheiten bei Konzerten zu brechen, damit man nicht in eine Routine verfällt und dem Publikum immer etwas neues bieten kann." Abgesehen von der Spontanität und der Abwechslung gibt es noch weitere Dinge, die ihn von anderen Künstlern unterschieden. Bei seinen Auftritten greift Florian mal zur Gitarre, mal spielt er Klavier oder bedien die Loop-Station. Ein Künstler, der nach mehr klingt als nur Pop.

 

Vor allem seine Texte sprechen vielen Menschen aus der Seele. Genau wegen diesen Texten wurde er dieses Jahr in die Schweiz eingeladen. Dort, erzählt er, gibt es einen Verein, der sich für die deutsche Sprache im französischen Raum stark macht und so begeistert war, dass Florian im Oktober mit Band zwei Wochen lang um den Genfer See touren und sogar in der Stravinski-Halle in Montreux spielen darf. "Musik ist wie eine Sprache und selbst wenn man meine deutschen Texte nicht komplett versteht kann man dennoch fühlen, was ich ausdrucken möchte." Bevor es allerdings für den Künstler und seine Band ins Ausland geht, führt er mit seiner Debütplatte "Stadtgeflüster" auf große Deutschlandtournee.

Quelle: Schau in die Stadt

 


"FLORIAN FRANKE - STADTGEFLÜSTER"

 

 

Reduziert, leise, verträumt: das sind die ersten Attribute, wenn man das Album des Wuppertaler Singer/Songwriters Florian Franke hört. Beim ersten Mal. Je öfter man es aber in den Plattenspieler schmeißt, desto mehr entdeckt man. Stilistisch sehr klar dem offensichtlich favorisierten Genre zuzuordnen, wird man erinnert an Johannes Oerding, Herbert Grönemeyer und all die anderen, die sich Herz und Seele aus dem Leib singen. Und trotzdem hat es doch etwas erfrischendes, vor allem, weil die Scheibe wirklich gut produziert ist. Man hört das Musikstudium andere Popakademie Mannheim.

 

Quelle: Coolibri

 


  

"ICH KANN VON DER MUSIK LEBEN"

Der Weg zu Florian Franke in den dritten Stock einer Altbauwohnung in Barmen führt vorbei an Fahrrädern. "Ich habe kein Auto und mache alles mit dem Rad", erzählt der 29-Jährige in seiner Wohnung. Er wirkt bescheiden, wie er da so steht. Fast schon leise. Seine Pläne allein für dieses Jahr sind so weitreichend, dass er dann aber doch ins Auto steigen muss. Im Sommer tourt er durch Deutschland, im Herbst durch die Schweiz. "Es passiert gerade ganz viel", sagt er mit den Händen in der Hosentasche. Und lächelt glücklich.

 

"Du sprichst mit dem Wind, und er trägt deine Worte, so weit du nur willst, bis ans Ende der Welt, selbst an dunkelste Orte." 

 

Eines dieser Dinge, die gerade passieren, kam diese Woche mit der Post. Seine CD, sein erstes Album. Tausend Stück hat er bestellt. Jedes der acht Lieder selbst geschrieben, selbst gespielt und gesungen. Seit zwei Jahren arbeitet er an diesem Debüt, dass er selbst als Deutschpop und "Einladung zum Träumen" beschreibt. "Die CD klingt anders als ein Liveauftritte", erzählt er. Er begleitet sich selbst, wie immer, doch auf dem Album hat er die Möglichkeit dies gleichzeitig mit mehreren Instrumenten zu tun. Er spielt Gitarre und Klavier, singt sogar den Chor selbst. 100 Prozent Florian Franke.

 

Nur das seinen Fans so vertraute Cello fehlt, und so ist der Musiker zumindest physisch gesehen nur 50 Prozent TalGold, die Formation, mit der die Wuppertal ihn lieben gelernt haben. Seit Herbst gehen er und die Cellistin getrennte Wege. "Da ich die Songs geschrieben und gesungen habe, sind sie auch auf dem Album." Wer TalGold liebte, sagt er, fühlt sich auch bei Florian Franke musikalisch zu Hause.

 

"Wenn du glaubst, dass wenn du dich jetzt hier drehst, du der Mittelpunkt der Welt bist und den Rest damit bewegst, hör nicht auf dich zu drehen." Die Lieder, die von Mut und Aufbruch, von Heimat und natürlich der Liebe erzählen, sind oft autobiographisch. "Ich schreibe nicht zu bestimmten Tageszeiten, sondern wenn ich eine Geschichte höre, die mich berührt oder ich mich selbst reflektiere", sagt er. "Egal wie grau du manchmal wirkst, golden scheint dein Licht." Das Lied "Stadt", in dem er die Hardt, das Luisenviertel und die Schwebebahn besingt, ist ein privates "Ja" zur Heimat. Nach einer Zeit in Hamburg und seinem Studium in Mannheim habe er sich ganz bewusst für Wuppertal entschieden. Dass er sich aus der Arbeiterstadt heraus eine musikalische Karriere aufbauen wollte, hat bei seinen Kollegen ungläubiges Staunen ausgelöst. Florian Franke ließ sich nicht beirren und lebt, schreibt und singt nun in seiner Heimatstadt.

 

Seine Kontakte nutzt er, um seine Tour im Sommer zu planen. Etwa einen Monat lang spielt der Musiker in Hamburg, Berlin, Leipzig und Köln, oft zwei Konzerte an einem Wochenende in unterschiedlichen Städten. Die Auftritte seien körperlich anstrengend und dann liegen noch einige Kilometer dazwischen, trotzdem freue er sich unheimlich. "Ich kann von der Musik leben", formuliert er das Gefühl, das große Ziel erreicht zu haben, hinter dem zufriedenen Lächeln. "Träume taugen nicht wenn man nicht an sie glaubt, doch diesmal hält dich kein Gedanke ans Zweifeln noch auf."

 

Quelle: Wuppertaler Rundschau (Text: Nina Bossy, Foto: Rubinographie), 28. Mai 2017.

 


  

"TALGOLD BERÜHRT MIT SEINER MUSIK DAS HERZ"

Wenn Charlotte Jeschke und Florian Franke zu Cello und Keyboard greifen, "verzaubern" die beiden Musiker regelmäßig ihr Publikum. Davon konnte man sich in Hückeswagen beim Altstadtfest 2015 ein Bild von ihnen machen, für kommenden Freitag sind die zwei jungen bergischen Musiker erneut zu Gast im Kultur-Haus-Zach. Das Wuppertaler Duo "TalGold" gibt dann ein Konzert mit gefühlvollen und herzberührenden Stücken, passend zur Adventszeit, teilt Stefan Noppenberger vom Vorstand des Trägervereins mit.

Die Hückeswagenerin Charlotte Jeschke und Florian Franke spielen deutschen Pop mit starken Einflüssen aus Jazz und Klassik. Noppenberger: "Sie klingen mal melancholisch und introvertiert, mal fordernd und virtuos." Schon die Instrumentierung sorge immer wieder für neue Impulse und breche mit den bekannten Klischees der Popszene. Jedes Stück habe eine eigene Note, jeder Text eine persönliche Bedeutung. "TalGold" ist eine Menge im Kleinen und Vielfalt trotz Begrenzung. Zwei Musiker, die nach mehr klingen, als nach Duo oder Pop", betont Noppenberger. Das Cello wirkt dabei wie ein Fundament, das Piano von Florian Franke gibt die Melodie vor.

Quelle: Rheinische Post, 17. Dezember 2016

 


  

"SCHILLERNDE KLANGFARBEN"

Sänger und Pianist Florian Franke nahm die Zuhörer mit seiner sanften, einfühlsamen Stimme mit in eine andere Welt. Durch seine charmante Art animierte er den vollen Saal zum Mitsingen. Das Cellospiel war die perfekte Ergänzung zu den deutschsprachigen Texten. Die 30 Minuten-Auftritte waren oft zu kurz.

Quelle: Rheinische Post (Text: Anna Mazzalupi), 19. September 2016

 


  

"DEBÜT BEIM LUISENFEST"

Es sind nur drei Instrumente - und trotzdem ist der Klang so dicht, so voll, so rau und gerade deshalb so ehrlich. Das Piano von Florian Franke, das tröpfelnd die Melodie vorgibt. Das Cello, das wie ein Fundament wirkt. Und Frankes Stimme, die davon singt, die Welt für einen Moment anzuhalten - im Song "Zeitlos". Alles zusammen ist "TalGold"m ein junges Pop-Duo, das seit etwas mehr als einem Jahr zusammen auftritt und damit schon über die Grenzen Wuppertals bekannt geworden ist. 


Franke, 28 Jahre alt, hat Musik in Mannheim studiert und sich danach für die Rückkehr in seine Heimatstadt an der Wupper entschieden. "Ich habe mich gefragt, wo es hingehen soll. Die tolle Kulturszene in Wuppertal hat dann mit den Ausschlag gegeben", sagt der Berufsmusiker, der unter anderem bei Liveauftritten für andere Künstler spielt oder als Songwriter für Plattenfirmen wie EMI oder Universal arbeitet. Wuppertaler Fußballfans ist er vermutlich auch ein Begriff, weil er die WSV-Hymne "Gemeinsam deine Lieder" komponiert hat. 

Florian Franke schreibt bei "TalGold" die Texte. Bislang gibt es 14 eigene, mal ruhige, mal schnellere, Pop-Songs mit Anleihen aus Jazz, Sound oder Filmmusik. Bewusst sind die Lieder des Duos auf Deutsch. "Wenn man auf der Bühne steht, muss man etwas zu erzählen haben. Und das sollten die Leute dann auch verstehen", sagt Franke. Basis ist, was ihm auf der Seele liegt. Aber oft so geschrieben, dass offen bleibt, ob er selbst gemeint ist. 

Schon 30 Konzerte haben die beiden seitdem absolviert. Ein Highlight war die Show im Café Hutmacher vom Marker Bahnhof Mitte Dezember. Die gute Akustik nutzen die beiden gleich, um einen Video- und Audiomitschnitt mitbringen. Gerade live versprühen "TalGold" eine große Energie, die bei Studioaufnahmen möglicherweise verloren gehen würde. Das Material wollten die beiden zum Beispiel für die eigene Facebook-Seite nutzen, um sich bekannter zu machen.

Quelle: Wuppertaler Rundschau (Text: Florian Schmitz, Foto: Rubinographie), 10. Januar 2016

 


  

"ICH BIN VERLIEBT IN MEINE STADT"

Ortstermin um 9:30 Uhr in einer Elberfelder Altbauwohnung. Für Musiker früh. Aber das ist wohl ein Klischee.Es öffnet ein ziemlich gut gelaunter Florian Franke. Ich erkläre, dass ich für unser Gespräch kein Konzept habe. Da lacht er und sagt, dass es ihm auch oft so ginge. Eigentlich schwer nachvollziehbar, scheint doch sein neues musikalisches Projekt "TalGold" sehr schlüssig strukturiert und geplant.

"Ein Cello, eine Stimme, ein Klavier und ab und an Beats. Deutsche Texte, sehr perönlich und mit Bezug zur Region" - heißt es im RP-Text über sein Duo. Tatsächlich aber hatte er bis vor kurzem noch nicht mal die Songtexte dafür aufgeschrieben. Sie sind alle in seinem Kopf. "Mit schwerem Kopf aufgewacht, ich trag die Nacht noch im Gesicht', heißt es im Song "Stadt." Das war Programm, weil ich das wirklich erlebt habe. "Stadt" ist ein lokalpatriotisches Lied, aber nicht aus Kalkül. Die Texte sollen eigentlich keine bestimmte Zielgruppe glücklich machen. Viel von den Liedern habe ich schon länger im Kopf gehabt. Es ist das erste Projekt, wo ich auch als Frontmann deutsch singe. Ich schreibe momentan sehr viel, unsere ersten Stücke kommen von mir. Für andere Künstler habe ich deutsch geschrieben, es ist aber was ganz anderes, wenn du selbst dafür einstehen musst - für mich das erste Mal. Natürlich bin ich oft überkritisch und finde vieles grauenhaft."

Er ist ganz bewusst nach dem Studium an der Mannheimer Popakademie zurück nach Wuppertal gezogen. "Ich bin halt verliebt in diese Stadt", sagt Florian Franke so ganz lakonisch und charmant dahin und ohne einen Funken Pathos, "die Stadt erscheint oft als graue Maus, hat aber total viel zu bieten, wenn man weiß, wohin man gucken muss. Nur ein paar Beispiele, das Viertelklang-Festival, das Café Hutmacher im Mirker Bahnhof oder so geile Künstler wie das Royal Street Orchestra, Anna, Luca, Jan Röttger ... dabei entsteht das alles meist aus Eigeninitiative, denn die Stadt stellt nur wenig Mittel für die Kulturförderung bereit. Der Effekt ist, dass diese Kunst ungefiltert ist - weil sie aus eigener Kraft entsteht. Aus Mannheim weiß ich noch, dass dagegen viel gefördert wurde. Dort gibt es Budgets für die Kunst- und Kulturbranche, die sind schier unerschöpflich. Aber für mich ist die Wuppertaler Kultur wirklich frei. Du musst ja nur mal in den Ort gehen. Du kannst in Wuppertal ja wirklich alles haben. Da hat niemand was gegen und wir haben ein unfassbar gutes Team. Durch die vielen Bandprojekte lernt man eben sehr viele tolle Leute kennen. Ohne beispielsweise Jörg Prumbaum, der für den Ton zuständig ist, wären die Videos gar nichts geworden. Mir ist es wichtig, dass die Videos hundertprozentig live sind. Komplette "one-takes", nichts nachbearbeitet. Ich habe noch die Mails von Jörg, als er sauer auf mich war, weil ich den ersten Mix direkt unbearbeitet an das Kamerateam weitergeleitet habe. Er meinte 'da ist ja noch nichts dran gemacht'. Ich fand das aber ok. Wir haben den auch genommen. Jörg ist für diese tolle Aufnahmequalität verantwortlich, ohne ihn hätten wir niemals den Flügel aufnehmen können. Es war super, das wir das im Kronleuchterfoyer der Oper machen konnten. Natürlich alles ohne Budget. Da sieht man mal wieder, Wuppertal ist eine gute Ecke."

Quelle: Born Verlag (Schau in die Stadt), Winter 2015

 


  

"XBOX UND ITALIENISCHE SCHUHE"

Er isst nicht viel an diesem Montagmorgen. Florian Franke erzählt lieber. Von langen Wochenenden und Wuppertals Musikkultur. Vom Fahrradfahren und der Frankfurter Buchmesse. Und erklärt nebenbei, warum er so auf italienische Designerschuhe abfährt. Die ersten 20 Minuten verbringt er stehend. Wo sein Frühstück gewöhnlich beginnt: angelehnt an die Küchenzeile. Neben der Kaffeemaschine. Darauf wartend, dass sich die Kanne füllt. Die silberne Maschine hat sich der 27-Jährige aus gutem Grund gekauft. Sie kann den Kaffee zubereiten, während er noch im Bett liegt. "Man kann abends die Uhrzeit einstellen, zu der sie am nächsten Morgen angehen soll. Wenn man aufsteht, ist der Kaffee fertig." 

 

Die Begeisterung zeigt sich in seinem Gesicht. Allerdings hat Franke die Funktion, die ihn so begeistert, noch nicht oft in Anspruch genommen. Vielleicht auch deshalb, weil er selten früh aufstehen muss. Gut so. Denn für einen Berufsmusiker fängt die Arbeit oft an, wenn andere schon auf der Couch liegen. Oder im Publikum stehen. So wie vergangenen Samstag, als er im LCB die Band 21 Gramm als Pianist und Background-Säger bei ihrer Release-Party unterstützt hat. "Die haben mich als Pianist für ihre neue Platte eingekauft", erzählt er. Und steht grinsend neben der Kaffeemaschine. Obwohl der Kaffe längst durchgelaufen ist. Er wirkt fröhlich. Wie ein Mensch, der jeden Spaß mitmacht. 

"Fast jeden Spaß", schränkt er ein. Am Frühstückstisch sitzt er vor seinem leeren Teller. Obwohl Brötchen und Croissants verführerisch aus der Myska-Tüte hervorlugen. "Ich hatte mal das Angebot, in einer Mannheimer Coverband zu singen." Gegen Mannheim hätte Franke nichts einzuwenden gehabt. Er hat dort die drei Jahre seines Musikstudiums verbracht. "Aber ich hätte einen weißen Pailetten-Anzug tragen sollen. Da hört der Spaß aus!" Franke ist sehr modebewusst. Dazu später mehr. Im Moment sitzt er vor seinem leeren Teller, schlürft Kaffee und erzählt. Warum er nach drei Jahren in Mannheim, gefolgt von einem Jahr als Studiosänger und Komponist in Hamburg, wieder in seine Heimatstadt Wuppertal gezogen ist. "Ich bin verliebt in diese Stadt!" Er ist viel unterwegs. "Morgen geht es nach Berlin. Am gleichen Tag wieder zurück. Ich weiß noch nicht, wie der Oktober aussieht. Oft plant sich meine nächste Woche erst im Laufe der vorigen." 

In Wuppertal ist er nicht so bekannt. Die meisten verbinden ihn mit seiner früheren Band Crushhour. Immerhin. Sie wurden mit dem deutschen Rock- und Poppreis ausgezeichnet. Doch das war nur der Anfang. Und ist lange vorbei. Inzwischen arbeitet er als Komponist in der Werbebranche und Musikindustrie und ist überall in Deutschland auf Bühnen zu finden, als Sänger und Pianist. "Es ist wichtig, einen Fixpunkt zu haben, an den man zurückkehren kann." Für Franke ist dieser Punkt das Tal. Nicht nur wegen der tollen Musikkultur. "Ich bin ein großer Fan des Royal Street Orchestra." Auch der von den Menschen ausgelöste Umbruch der Stadt gefällt dem jungen Musiker. Obwohl oder weil die Stadt so wenig Geld hat, lassen sich Wuppertals Kreative von nichts abhalten. Und deswegen sind Wuppertals Musiker self-made und besonders authentisch. "Anders als in Mannheim. Wo jeder, der nach Pop klingt, gefördert wird." Es gibt dort sogar einen Pop-Kulturbeauftragten. 

Ein bisschen Förderung könnte Wuppertals Musikern allerdings auch gut tun. Besonders der Pop- und Jazzbranche. Doch das ist utopisch. Begann doch die Stadt mit der Umsetzung ihrer Sparpläne bei der Kultur. "Ein Desaster", sagt Franke. Trotzdem, für ihn ist das Leben als Musiker im Moment nicht schlecht. Zufrieden sitzt er auf der Küchenbank in seinem Apartment in Barmen. Und schmiert sich nun endlich ein Körnerbrötchen. Wenn er nicht arbeitet, fährt er viel mit dem Fahrrad. "Die Nordbahntrasse ist auch so ein Projekt, das zeigt, wie viel die Bürger der Stadt aus Eigeninitiative bewegen können." Dann erzählt er noch die Geschichte, wie er und ein Kumpel an einem Tag von Wuppertal nach Heidelberg radeln wollten. Und wie alle gesagt hatten: "Das schafft ihr niemals." Und wie am Ende alle Recht behalten sollten. Obwohl er die Wette damals verloren hat: Spaß hatte Franke trotzdem. 

Auch beruflich hatte er den bisher meistens. Besonders auf der Frankfurter Buchmesse im vergangenen Jahr. Er lieferte den musikalischen Beitrag beim deutschen Jugendliteraturpreis. "Eine tolle Atmosphäre." Er macht eine künstlerische Pause, knabbert am Körnerbrötchen. "Man fühlt sich so intellektuell", sagt er dann lachend. Es braucht ein wenig Überredungskunst, aber an das Croissant traut er sich dann auch noch heran. Währenddessen fällt ihm auf, dass er noch nicht genug erzählt hat. "Ich bin ein Konsolen_Freak und liebe Nintendo-Klassiker." Dann verweist er auf seine Liebe zur Mode. "Ich stehe total auf italienische Schuhe." Nach dem Frühstück präsentiert er stolz seine Sammlung. Da stehen sie, aufgereiht auf einer Kommode unter dem Dach. In dem Zimmer, in dem er auch seine Stücke komponiert und Xbox spielt. Ob Cavalli oder Rosetti, Franke liebt, was Qualität hat. Er ist fest überzeugt: "Mode ist Kunst. Und so ein Schuh ist ein Kunstwerk." Dabei hält er einen Wildleder-Sneaker in die Luft. Von einer Reise in eine andere Stadt übrigens bringt er sich keine Tasse, sondern ein Kleidungsstück mit. Ein stilvolles. Weiße Anzüge findet man bei ihm nicht. Und auch keine Pailetten.

Quelle: talwaerts (Text: Saskia Stiefeling, Foto: Christopher Rausch), 19. September 2014